Geschichten von der anderen Seite der Theke

Samstag, 11 März, 2006

Meine Schicht war eigentlich zu Ende. Ich wartete darauf um  von einem anderen Barkeeper abgelöst zu werden. Der Typ war neu, konnte die Cocktails nicht so mixen wie sie die Stammkunden des Irisch Pubs gerne hätten. Ich bin oft noch nach dem Dienstschluss geblieben nur damit der Kerl keine Scheisse zusammenmixte.

Schon kurz bevor ich schluss machte kam eine Blonde Frau rein, ungefähr 1,80 lange Beine, Schickgekleidet. Sie hatte eine verblüffend grosse Ähnlichkeit mit Michel Pfeifer. Ach ja, sie war in Begleitung. Ein verunsicherter Typ, könnte ein Chirurg, ein Diplomat, oder sowas ähnliches sein. Er war ein tick grösser als die Frau und war einfach kein hübscher Mann.

Ich hatte schon während der Arbeit einige Wodka-Redbull getrunken und war ziemlich warm im Kopf. Die Music von „House of Pain“ dröhnte durch die schmalen Gänge des Pubs und sorgte dafür dass ich immer hemmungslosere Gedanken entwickelte. Ich fing an wie ein Idiot die Frau anzustarren, der mann merkte es und lachte einfach. Die Frau erwiderte meine Blicke wie es sich gehörte. Sie ignorierte mich einfach.

Ich fand immer neue Gründe das Bar zu verlassen um an Ihnen vorbei zu gehen. Einmal um die bekannten zu begrüssen, dann um auf die Toilette zu gehen. Die Frau aber schien sich allmählich für meine Blicke zu interessieren was auch damit zusammenhing dass der Typ langsam aber sicher dabei war sie zu langweilen. Es kam nun viel öfter vor dass sie meine Blicke erwiderte während der Typ mit ihr sprach.

Der neue Barkeeper kam und ich rechnete ab. Als ich ihn den Platz räumte, kam auch schon ein alter Freund. Der Gerd. Er nannte mich den „roten Casanova“. Rot deshalb weil er meinte in mir den sozialisten entdeckt zu haben.

Wir haben uns an der Theke hingesetzt nicht weit von der blonden Frau und ihren Typen. Ich bestellte ein Jacky Cola für ihn und ein Wodka-Redbull für mich. Der 5te mittlerweile. Ich erzählte ihn von der Frau, er grinste und sagte: „Sie ist nicht deine Kragenweite. Obwohl ich an dich glaube aber dieses mal wette ich dass du sie nicht hinkriegst.“

Das stachelte mich an. Ich nahm die Wette an es ging um 50€. Ich lief einfach ganz Frech zu den beiden und fing an die Frau anzusprechen, mitten im Wahn des Alkohols und die entfesselung der Gedanken fing ich an sie auf direkteste Weise anzusprechen ohne wie ein Prolo oder ein Asozialer Kanacke rüberzukommen und schnell merkte ich dass sie dümmer war als ihr Aussehen verraten konnte.

Ein paar schöne Sätze und gutformulierte Antworten hatten ihre Wirkung sichtlich nicht verfehlt. Der Mann grinste mich blöd an aber er war einfach zu Lahm um etwas zu unternehmen. Ich ignorierte ihn einfach und sprach weiter. Die Frau sagte einmal:

>Aber ich hab jemand mit mir, das siehst du doch

>Nein ich sehe niemanden. Ich höre auch keinen Widerspruch

In dem Moment meldete sich der Typ zu Wort als wäre ihm das jetzt zuviel gewesen.

>Hörmal, merkst du nicht dass du nicht ankommst? Wir sind zusammen und möchte gern allein sein. Kannst du das nicht verstehen?

ich nahm es auf aber tat weiterhin so als wäre er nicht da. Also fragte ich die Frau:

>Findest du auch dass ich besser gehen sollte? Oder würdest du tief in deinem Herzen eigentlich lieber sehen wenn der Typ gehen und wir beide mal ein bischen Spass haben könnten?

Ihre Augen funkelten und ihr Lächeln wurde immer verführerrischer. Ich glaube meine Direktheit ohne zu beleidigen oder Hitzig zu werden machte sie an.

>hmmm, eigentlich könntest du schon hier bleiben und wir könnten uns mal ein bischen unterhalten.

Der Typ hatte verloren. Er grinste weiter und fragte mich wo die Toiletten wären. Ich zeigte ihn den Weg. Er war mittlerweile auch schon besoffen und unterwegs zu Toilette übersah er eine kleine Stuffe und fiel mitten im Bar auf dem Boden. Die Frau schien es Peinlich zu sein sie half ihm hoch aber sie war nicht mehr bei ihm sondern bei mir.

Gerd, mein Freund lachte und konnte es nicht glauben. Ich bestellte ihm einen weiteren Jackie-Cola aufs Haus und er war Glücklich. Ich auch. Ich war kurz vor dem Gewinn der 50€.

Während er in der Toilette war, hatte ich sie schon weichgekocht. Sie war Dummarogant, wollte mich mittlerweile habe aber konnte es nicht lassen einige Seitenhiebe zu verpassen. Ich hatte ihr mittlerweile gesagt dass ich ein Perser wäre und hier studieren würde. Sie hat mich mit den Perserteppichen und Perserkatzen verglichen und machte eine dumme Bemerkung über die Studenten vonwegen sie wären sowieso alles nur Schmarotzer die nur nicht arbeiten wollten. Naja dachte ich mir. Für mich gebe es weitaus leichtere Wege zu schmarotzen als sich hier und dort kaputt zu arbeiten nur um das Studium fortsetzen zu können.

Ich sah den Typen kommen. Er taumelte mittlerweile. Er kam auf uns zu und wünschte mir und der Frau eine schöne Zeit und verschwand aus der Tür. Ohne die Frau. Ich hatte die 50€. Ich bestellte Gerd den dritten Jackie-Cola.

Nach ungefähr einer Stunde wobei ich mittlerweile sogar über sehr intime Dinge mit ihr sprach hatte ich mich entschieden dass es an der Zeit wäre wo anders hinzugehen, zu einem anderen Laden. Direkt gegenüber war ein Laden der eine ganz andere Richtung Musik spielte und überhaupt ganz anders geführt wurde. Der Michael, der Besitzer war einer für den ich auch schonmal gearbeitet hatte und bei dem ich grossen Lobby besass weil ich einmal einen Typen zusammenschlug und aus dem Laden jagte der ihn in dem Laden an dem Kragen gehen wollte. In dem Laden kamen immer sehr viele Sexgeile Frauen mitte Dreissig, Blond, Braungebrannt mit wirklich hübschen Figuren. Ich muss aber dazu sagen dass in dem Laden wirklich nicht viel Gehirn rumlief.

Wir sassen uns hin, ich fragte sie was sie denn trinken wollte, sie wollte gern Sekt. Also bestellte ich ein Sekt und meinen 6ten Wodka-Redbull. Ich erzählte ihr von meinem Leben, von meiner Lebensweise die wirklich unorthodox war. Ich gefiel ihr scheinbar immer besser, sie erzählte mir auch einiges aber ich war mittlerweile dabei mir vorzustellen wie sie denn im Bett sein würde. Ungefähr um 3 Uhr morgens kamen wir aus dem Laden raus. Sie fragte mich ob ich sie bis nach hause begleiten würde, ich bejahte und fing an den ganzen Weg Frank Sinatra lieder zu singen.

Nach ungefähr 10 Minuten erreichten wir ihre Wohnung. Ich hab mich auf eine Bank hingesetzt und wartete. Sie Stand vor mir  und schaute mich an. Auf einmal setzte sie sich auf meinem Schoss und fing an mich zu küssen. Sie stand auf, nahm meine Hand und zerrte mich Richtung ihrer Tür. Ich sagte kein Ton.

Ihre Wohnung war hübsch eingerichtet. Als sie auf die Toilette war habe ich ihre CD Sammlung durchgestöbert und merkte dass da RnB und Hip Hop überwiegten. Sie kam und legte eine HipHop CD auf. Das lied ging mir sowas auf die Nerven dass ich direkt nach 2 Minuten von ihr verlangte sie wieder aus zu machen. Sie tat es.

Im Bett war sie gut. Sie war 35 hatte eine 12 jährige Tochter. Ich durfte alles machen was ich wollte, sie gab sich völlig hin, der Sex dauerte lange, sehr lange, ungefähr um 7 uhr Morgens hörte ich auf zu pumpen, ich hatte mich wirklich ausgelebt. Um 12 Uhr Mittags wachte ich vor Kopfschmerzen auf und fand sie nicht mehr neben mir. Ich telefonierte mit Gerd und erzählte von der Geschichte aber legte bald auf weil die Kopfschmerzen wirklich schlimm waren. Ich glaube die Mischung von Sekt, 6 Wodka-Redbull und einer 3 stündigen Sex war keine gute Mischung für den Körper.

Ich stand auf, wollte auf die Toilette und bemerkte unterwegs einen Zettel der auf dem Tisch lag: „Danke für die Nacht. Ich musste zu Arbeit, hier ist meine Nummer, meld dich einfach mal. In der Küche ist was zu essen und duschen kannst du auch wenn du willst.“

Die Frau war viel besser als ich. Ich hätte ein Dieb, ein linker Kanacke oder sonst was sein können. Sie aber ging aus dem Haus und liess mich da allein in der Wohnung. Sie war Grossmütiger als ich dachte.

Also duschte ich und sah vom Frühstück ab. Ich nahm den Bus richtung Universität, aber unterwegs wechselte ich die Linie und fuhr doch nach Haus.

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