Planet der Heuchler

Dienstag, 20 Dezember, 2011

Meine türkische Freundin hatte Krebs. Sie war sehr Jung als sie es bei ihr diagnostizierten. Sie überlebte aber musste bis ans ende ihrer Tage täglich ein Cocktail von Tabletten schlucken. Die Frau war rassig, hübsch, sehr zielstrebig im Berufsleben aber sehr bodenständig und romantisch wenn es ums Private ging.

Wir verbrachten Nächte miteinander an meinem alten Holztisch, in der kleinen küche einer 35qm Wohnung die ich hatte während ich studierte. In der Ecke meiner Küche standen teilweise 35 leere Rotweinflaschen. Sie wollte dass die leeren Flaschen nicht weggeschmissen werden. Sie bittete mich um kleine Gefälligkeiten, die teilweise sehr eigenwillig aber recht süss waren. Die Sammlung dieser Leeren Weinflaschen als zeichen und erinnerungsmahnmal für all die Nächte die wir uns um die Ohren hauten, gehörten auch zu den bitten die du einfach nicht abschlägst.

 

In der Küche, um den sehr kleinen billigen Holztisch, liebten wir uns, lachten, schrien uns an und streiteten und tranken rotwein wie die besessenen bis ich eines abends mitten in einer Streit davon erfuhr dass sie als Kind schonmal Krebs hatte. Mitten im spass, streit und schreierei, wurde ich still und goss mir noch ein Gläschen wein und kippte es runter als wärs wasser. Sie wollte weiter streiten, ich nicht, ich trank mein glass aus, und goss nochmal für beide ein.. sie schlug mich und ich trank sowohl mein Glas als auch ihr Glas aus… Sie umarmte mich sofort weil sie dachte dass ich nun aus mitleid heraus handeln würde. Eine komische Situation.
Du willst ihr nicht das Gefühl geben dass du getroffen bist, dass du tatsächlich Mitleid fühlst, aber ganz Kalt darf dich die Sache auch nicht lassen. Ich hatte Mitleid, ich schaute in ihren grünen Augen die durch die Tränen sehr glassig waren und war wirlich betroffen. Wir tranken weiter und redeten über Gott und Religion. Darüber dass warum ein 15 jähriges Mädchen Krebs haben muss wenn es einen gerechten Gott gibt der seine Kinder liebt. Ich hatte kein Problem damit. Ich wusste dass es einen Gott nie gegeben hat. Ich wusste schon vorher dass auch Jesus und Mohammed nur normalsterbliche Typen waren die nur die Gunst der Stunde zu nutzen in der Lage waren aber versuch das mal einem Menschen klar zu machen der tiefreligiös aufzuwachsen hatte. Diese Frau hatte an Gott und Religion geglaubt, hatte es wieder verloren und mit 26 Jahren hatte sie eine Phase in der sie nicht wusste woran sie zu glauben hatte.

Aber genau da möchte ich ansetzen. Ich meine wenn ich im nach hinein mein leben revue passiere und all die Gespräche über Gott und Religion und all die Erfahrungen mit religiösen Menschen wieder abrufe dann muss ich einfach nur sagen dass ich nie jemand begegnet bin von dem ich den Eindruck hatte, er glaube an eine nächste Welt etwa so wie an das vorhandensein von sagen wir mal Neuseeland. Dieser feste Glaube an ein Jenseits hat kaum noch ein Einfluss auf das Verhalten, wie es doch eigentlich seien müsste, wenn der Glaube wirklich echt wäre! Alles ein Schwindel.

Wenn die Gläubigen doch wirklich tief in ihren Herzen an einem unendlichem Weiterleben glauben würden, dann müsste unser irdiesches Leben doch sehr unwichtig und relaxed ablaufen. Das ist es aber keinesfalls weil auch der Papst tief im Herzen auch nicht wirklich davon überzeugt ist dass es ein Leben nach dem Tod geben wird. Er tut das des Geschäfts wegen.

Ich habe noch nie einen religiösen Menschen gesehen der mehr Angst vor der Hölle hatte als vor dem Krebs.

Damn cold times

Dienstag, 29 Dezember, 2009

Damn cold outside aswell as inside, i am trying to grab a hold, grab a hold of something but it seems to be off, nothing there to grab a hold of, no ground under the feet, no sky above the head, its fucking cold nowadays and i tell you brother its not even the snow and ice outside thats the coldest nowadays, its the vaccume inside, its the emptyness in the head that makes me freeze like a nacked doe in freezing cold of northern waters.

The best often die by their own hand just to get away, and those left behind can never quite understand why anybody would ever want to get away from them.

Versteckte Verhaltensstörungen

Freitag, 29 Februar, 2008

Die Menschheit an sich bewegt sich ja rasend, sie hat sich das Wort Zivilisation auf die Fahne geschrieben. Die Menschheit jedoch hat grosse und globale probleme mit der Richtung die sie anschlägt. Sie erkennt kleine Macken, kleine Krankheiten jedoch fehlt es ihr an die Fähigkeit das grosse Bild zu sehen und somit übersieht sie auch die grossen Krankenheiten die unser tägliches Leben gestalten. Sie bleiben unbemerkt arten aber aus und nehmen die Überhand im täglichen Leben. Normale Krankheiten? Schnupfen? Grippe? ja sogar Krebs? Unbedeutende Verhaltensstörungen eines kleinen Jugendlichen der sich die Krankheit erlaubt 2 mal hintereinander ein Tafel Schokolade aus dem Laden mitgehenzulassen? Kein problem, schaffen wir, heilen wir. Zumindest glauben wir dass wir es tun. Den Rest des Beitrags lesen »

Es gab Zeiten da wollte sie am Telefon meinen Schwanz virtuell halten während ich pinkeln musste. Es gab Zeiten als sie dämliche Ideen hatte so wie die Idee nach Süden zu ziehen um zu studieren.

Heute frage ich einer meiner dämlichen Fragen die aus der selben komischen Kategorie aus der meiner früheren Fragen stammten und doch die Antwort die ich heute bekomme unterscheidet sich wesentlich von den begeisterten und überschwenglichen Antworten die sie mir früher gab. Den Rest des Beitrags lesen »

Schreie aus der Metropole (Teil 1)

Montag, 13 März, 2006

Ich arbeitete auf dem Bau. Ich kam aus Bremen nach Frankfurt um zu studieren, bekam kein Bafög und hatte kaum was gespart um lange davon zu verzehren. Die Substanz des Kontos war wirklich überschaubar gering.
Ich hatte nicht viel drauf. Ich hatte ja nur die Abitur in der Tasche. Taxischein hatte ich nicht und für was anderes war ich nicht zu gebrauchen ausser als Fussball – oder Footballspieler. Darin war ich wiederum nicht gut genug um damit grossmässig geld verdienen zu können. Frankfurt beeindruckte mich nicht, ich weiss bis heute nicht warum ich dorthin kam in so jungen Jahren. Bremen war beschaulich, etwas unterdkühlt aber das war ich mittlerweile auch. Ich liebte den Hafen und hasste Hamburg wie die Pest. Den Rest des Beitrags lesen »

Die Richtung stimmt

Sonntag, 12 März, 2006

Ich schau aus dem Balkon, mit ner Tasse Earl Grey in der Hand und lausche den sanften Tönen Brian Culbertsons zu. Es ist noch nicht Frühling aber es riecht langsam danach, die Sonne scheint und verdrängt so langsam das Graue. Mir waren die Jahreszeiten immer Egal, mir war die Zeit eigentlich immer egal, aber nach dem der Winter dieses mal wirklich heftig war, entwickele ich langsam ein Gefühl für die einzelnen Jahreszeiten. Es war gut dass der Winter mal nach langer Zeit wirklich ein Winter war. Das sorgt dafür dass Menschen das Gefühl für die 4 Jahreszeiten wieder erlangen. Winter Kalt und Weiss, Frühling grün und frisch, Herbst windig und farbig, Sommer warm und hitzig. Das wäre gut wenn die Jahreszeiten sich an diese Vorgaben hielten. Jedenfalls freu ich mich auf Frühling, das erste mal seit… ach ich weiss nicht mehr seit wann das letzte mal!
Cheers

Bella Italia

Sonntag, 12 März, 2006

Wir kamen grade in Livorno an. Die Stadt schien ein wenig Depressiv zu sein zumindest hatte man den Eindruck wenn man in der Nacht in die Stadt kam. Wir waren zu viert. 3 Jungs und eine gute Freundin. Das hatten wir oft gemacht, einfach rein ins Auto, nach Italien über die Schweiz und dann entweder aus Genua oder aus Livorno die Fähre genommen richtung Korsika oder Sardinien. Diesesmal gings nach Korsika. Den Rest des Beitrags lesen »

Teheran im Winter

Samstag, 11 März, 2006

Teheran ist eine schöne Stadt -wenn man von dieser Menschenverachtenden Regierung absieht- wo man von der Natur her eigentlich alles bekommt was das Herz begehrt und das ist nicht selbstverständlich für eine Stadt die in den Top 5 der grössten Städte der Welt zu finden ist…die immer schneebedeckten Berge um Teheran, all die schönen kleinen Skidörfer um diese riesige Stadt herum wo man fast das ganze Jahr durch Skifahren und Bergwandern kann, die Bäche, die Wälder …

Gespräch mit ein Niemand

Samstag, 11 März, 2006

Ich ging hinauf in mein Zimmer, zog die Vorhänge vor einem Zornig aussehenden Himmel auf und legte mich ins Bett. Ich verstand nicht was mir geschah. Zu jener Zeit war es mir Peinlich etwas nicht zu verstehen. Auch Heute glaube ich vieles zu verstehen, aber ob es auch wirklich so ist, bin ich mir mittlerweile nicht mehr sicher.

Im Bett versuchte ich mich zu fassen. Natürlich Vergeblich. Mein leben lief aus und ich wusste nicht welches Loch zu stopfen war, ja ich wusste nicht mal wo dieses Loch war. Immerhin gelang es mir einzuschlummern was nicht einfach ist wenn das Unglück keine bestimmte Gestallt hat. Ich schlief doch nicht ein. Den Rest des Beitrags lesen »

Licht

Samstag, 11 März, 2006

Es gab eine Zeit die für mich sehr schwierig war. Ich habe da Dinge durchgemacht die nicht für jedermann leicht zu verdauen wären. Mein Lebenslauf ist ohnehin gezeichnet von Härte und Schmerz. Nein, nein, kein Mitleid, für jemand der so gelebt hat ist Mitleid ein Schimpfwort. Ich möchte nicht die ganze Geschichte hier durchkauen aber ein bestimmter Aspekt beschäftigte mich im Nachhinein sehr. Den Rest des Beitrags lesen »

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